Heim » Gedenken und Feiern » Geisterstadt Den Helder » Thema der Abschlussarbeit: Geschichte und Getränke auf dem Battery Cemetery
In jeder Ausgabe der Zeitung „City Marketing“ wird ein Abschnitt von Stelling Den Helder vorgestellt. Diesmal geht es um den Batteriefriedhof; ein bemerkenswertes Überbleibsel, da es sich nicht um einen deutschen Bunker, sondern um eine niederländische Stellung handelt.
Diese Geschützstellung am Jan-Verfailleweg wurde Ende der 1930er Jahre in der Zwischenkriegszeit neben dem jahrhundertealten Friedhof errichtet. Sie besteht aus drei Geschützständen mit Munitionslagern und einem Mannschaftsquartier.
Doch zurück zum Ausgangspunkt: Was ist eine Batterie? Es handelt sich um einen militärischen Begriff für eine Einheit von Artilleriegeschützen (wie Kanonen), die oft in einer Reihe aufgestellt sind. Die Aufgabe dieser Batterie bestand darin, feindliche Schiffe zu beschießen, die entlang der Küste des 1. Pazifiks angreifen wollten. Dies beinhaltete den Einsatz sogenannter indirekter Feuergeschütze. Die Geschützmannschaft erhielt ihre Befehle von einem anderen Ort als dem, von dem aus sie feuerte. In diesem Fall waren das die Beobachtungskuppel von Fort Kijkduin oder Vermessungsposten in den Dünen.
Kanonenrohr
Der Friedhof Battery Cemetery birgt bemerkenswerte Geschichten. Der von niederländischen Soldaten erbaute Bunker wurde am 26. April 1940 fertiggestellt, genau zwei Wochen vor dem Einmarsch deutscher Truppen in die Niederlande. Als Reaktion darauf machten die Soldaten den Bunker und seine Flugabwehrkanonen für die Invasoren unbrauchbar. Ein abgesprengtes Stück des Geschützrohrs wurde erhalten und befindet sich in einer Privatsammlung, die der Besitzer später dem Friedhof Battery Cemetery schenkte. Dennoch nutzten auch die deutschen Besatzer den Bunker: Erst kürzlich wurden deutsche Inschriften an der Wand über dem Eingang entdeckt.
Bunker bitter
Ein engagierter Freiwilliger der Stiftung Stelling Den Helder betreut nun diesen Bunker. Im Munitionslager am Friedhofseingang am Jan-Verfailleweg wird nach altem friesischem Rezept Bunkerbitter hergestellt und abgefüllt. Klingt gut? Bestellungen nehmen wir gerne unter [email protected] entgegen. Interessiert an weiteren Geschichten? Gerne vereinbaren Sie auch eine private Bunkerführung.

Foto von 1956: Der Zustand des Friedhofs unmittelbar nach dem Krieg. Es ist deutlich zu erkennen, dass der Friedhof seitdem erheblich vergrößert wurde.
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