Scholen aan Zee ist die einzige Schule in Nordholland, die an der Young Solar Challenge teilnimmt.
Epoxidharz an den Handschuhen, Sägemehl auf dem Boden und ein Rumpf, der langsam Gestalt annimmt. Wer das Solarteam der Schholen aan Zee betritt, sieht keine Schulaufgabe, sondern ein Projekt, an dem ernsthaft gearbeitet wird.
An zwei Nachmittagen pro Woche bauen Schülerinnen und Schüler im Rahmen der Young Solar Challenge ein Solarboot. Kein Prototyp, sondern ein Boot, das bald tatsächlich zu Wasser gelassen werden soll. Es nutzt Sonnenlicht als einzigen Treibstoff. Die Schule Scholen aan Zee ist die einzige Schule in Nordholland, die an diesem Wettbewerb teilnimmt.
Bart, Gijs, Merad und Elize stehen unter anderem an der Werkbank. Betreuer Sjoerd geht herum, stellt Fragen und gibt bei Bedarf Hilfestellung, aber das eigentliche Denken liegt bei den Schülern selbst.
“Unterwegs darf man nicht aufladen”, erklärt Merad. “Keine Steckdosen. Nur die Sonne zählt.” An den Rennwochenenden legen die Teams täglich bis zu vierzig Kilometer zurück. Akku leer? Dann muss man die Geschwindigkeit anpassen. Zu schnell zu segeln ist keine Option.
Gleiches Material, unterschiedliche Mentalität
Alle teilnehmenden Schulen erhalten denselben Bausatz und dieselben Regeln. Form und Material sind vorgegeben. Der Unterschied liegt in der Ausführung: Wie präzise arbeitet man, wie justiert man den Motor, wie verteilt man das Gewicht, wie koordiniert man Solarpaneele und Batterien? Doch der eigentliche Unterschied liegt in der Zusammenarbeit.
“Man muss ruhig bleiben”, sagt Bart. “Erst denken, dann handeln.” Bei einem Segeltest löste sich ein Solarpanel und landete im Wasser. Die Wellen unter einer Brücke waren etwas beängstigend. Doch zwei Wochen später mussten sie wieder segeln.
“Wir mussten schnell eine Lösung finden”, sagt er. Also wurden Reparaturen durchgeführt, Tests durchgeführt und die Arbeiten fortgesetzt.
Lernen außerhalb des Klassenzimmers
Die Teilnahme an dem Projekt ist freiwillig, aber nicht ohne Verpflichtungen. In diesem Jahr nehmen siebzehn Schülerinnen und Schüler teil, von den unteren Jahrgängen bis zum Abschlussjahr. Das Team wurde bewusst vergrößert, damit jüngere Schülerinnen und Schüler Erfahrungen sammeln und Wissen weitergegeben werden kann.
Die einen bauen, die anderen kümmern sich um Planung, Kommunikation und Finanzen.
“Wir kümmern uns selbst um die Sponsoren”, erklärt Elize. “Wir verschicken E-Mails und kontaktieren Unternehmen.”
“Ich nehme nicht teil, um zu gewinnen”, sagt einer der Schüler. “Sondern um die Erfahrung zu machen.”
Neben technischen Fertigkeiten lernen sie hier auch, zu planen, zu kommunizieren und Verantwortung zu übernehmen. Am ersten Regattawochenende wird das Boot einer umfassenden Sicherheitsprüfung unterzogen. Die Skipper müssen Prüfungen ablegen. Alles muss einwandfrei sein, bevor das Segeln erlaubt wird.
Für Bart ist das Projekt besonders konkret. Er möchte später im Bereich Wartung und Instandhaltung bei der Marine arbeiten. “Dafür ist das sicherlich eine gute Vorbereitung.” Neben ihrem Diplom erhalten die Studierenden eine Teilnahmebescheinigung.
Angesichts der vielen Sonnenstunden in Den Helder haben sie sicherlich eine gute Ausgangsposition. Doch Sonne allein gewinnt kein Rennen. Es geht um Disziplin, Zusammenarbeit und Durchhaltevermögen.
Das Boot wird im späten Frühjahr zu Wasser gelassen.
Sponsoren gesucht
Wer bei diesem Projekt mithelfen möchte, kann sich als Sponsor unter [email protected] anmelden.



