Es muss der erste Samstag gewesen sein, seit wir hierher gezogen sind. Unser neues Haus in der Weststraat war gerade noch bewohnbar, wenn man bereit war, ab und zu über ein paar Umzugskartons zu klettern. Aber das machte nichts. Der Kram ist ja schließlich da, um ihn zu durchstöbern. Wir waren mit dem Fahrrad auf dem Markt gewesen und hatten im Robuust einen Kaffee getrunken. Danach radelten wir die Keizersgracht entlang nach Hause. Und natürlich ist die Keizersgracht in Amsterdam wunderschön, aber wie herrlich war es doch, mit einer vollen Einkaufstasche in der Sonne an den Grachten entlangzuschlendern und zu wissen, dass man bald zu Hause ist.
Die Küste und die Kultur
Es muss der erste Samstag gewesen sein, seit wir hierher gezogen sind. Unser neues Haus in der Weststraat war gerade noch bewohnbar, wenn man bereit war, ab und zu über ein paar Umzugskartons zu klettern. Aber das machte nichts. Der Kram ist ja schließlich da, um ihn zu durchstöbern. Wir waren mit dem Fahrrad auf dem Markt gewesen und hatten im Robuust einen Kaffee getrunken. Danach radelten wir die Keizersgracht entlang nach Hause. Und natürlich ist die Keizersgracht in Amsterdam wunderschön, aber wie herrlich war es doch, mit einer vollen Einkaufstasche in der Sonne an den Grachten entlangzuschlendern und zu wissen, dass man bald zu Hause ist.
Später am selben Tag ging ich bis zum Ende der Straße, um mir einen Stapel neuer Bücher aus der Bibliothek zu holen, und abends fuhr ich mit meinen beiden Kindern und zwei ihrer Freunde ins Kino nach Willemsoord. Der Hinweg dauerte drei Minuten, der Rückweg nach dem Film ebenfalls drei. Insgesamt waren es sechs Minuten am Wasser entlang, vorbei an Lichtern und einer lebhaften Atmosphäre, vorbei an Häusern, in denen Menschen Geburtstage feierten oder gemütlich auf dem Sofa lagen. Wieder einmal spürte ich, wie glücklich ich über unseren Umzug hierher war. Obwohl unser Haus ganz unser eigenes Zuhause war, gehörten wir zur Stadt.
Wir spüren es bei unseren Spaziergängen. Oft entlang des Deichs, der so nah ist, am Wasser entlang, durch den Hafen, um oder über Willemsoord. Bei einem einzigen Spaziergang nehmen wir das Meer, die Fassaden – historische wie neue –, die lebhafte Atmosphäre der Werft, die alten Schiffe und ihre Besatzungen und alles, was in der Stadt vor sich geht, in uns auf. Wir gehen an der Kampanje vorbei und sehen Kinder, die mit ihren Großeltern an Bord der Schorpioen gehen, wenn sie einen Tag im Schifffahrtsmuseum verbringen. In der Ferne hört man Musik von einer Party oder einem Festival. Kurz vor unserem Zuhause machen wir noch einen letzten Abstecher zur Kunstleihbibliothek und holen uns ein Werk vom Einrahmer ab.
Vor Kurzem spazierten wir fast unbemerkt in die Jutterhavendagen, wo sich Landratten und Seebären im Autokino versammelt hatten. Menschen in Booten, auf Gartenstühlen am Kai, im Gras oder mit baumelnden Beinen am Wasser genossen ‘Fluch der Karibik’. Und ich war stolz. Auf diese Stadt, in der immer etwas los ist. Wo es immer etwas zu tun gibt.
Es gab so viel mehr, allein schon diesen Sommer. Ich habe mich bei Rik Niks Sport- und Tanzschule angemeldet. Mit einem Fitnessstudio direkt gegenüber habe ich jetzt wirklich keine Ausreden mehr. Wir haben Fish and Chips im Werviaan gegessen. Und wir haben ein kleines Boot gemietet, um die Stadt vom Wasser aus zu erkunden. Hin zum Naturschutzgebiet Huisduinen, das fast unkenntlich geworden ist; hin zur Stadt, entlang der Kanäle, vorbei am Stadtleben, den Terrassen. Mit den nackten Füßen über dem Rand und einem kühlen Getränk in der Hand wusste ich ganz sicher: Diese Stadt ist wie für mich geschaffen. Oder besser gesagt: Sie passt mir wie angegossen. Wie ein Handschuh mit Knöpfen, Reißverschlüssen, Kapuze und herausnehmbarem Futter, damit er immer perfekt sitzt.
Ob ich nun im Wind und Regen am Strand entlangstapfen oder einen Theaterabend verbringen möchte, ob ich lieber ein Buch lese oder in den Wald gehe, einen Tag auf dem Wasser verbringe oder ein Museum besuche – alles ist möglich. Küste *und* Kultur. Den Helder vereint das Beste aus beiden Welten. Und all das, sobald ich die Tür verlasse.
YANAIKA SOMMER



