Ein Vogel oder doch ein Fahrrad?

Naturfotografie in den Norddünen

Einen Moment lang glaubt Walter Das, einen besonderen Vogel zu hören. Er bleibt stehen, lauscht und schaut sich um. Wieder dieses Geräusch. Dann muss er lachen. “Das ist kein Vogel, das ist ein Fahrrad, das da kommt”, sagt Walter lachend. So ist ein Morgen in den Dünen. Hier hört man anders. Aufmerksamer. Denn hinter jedem Geräusch kann sich etwas Besonderes verbergen. Man muss kein Experte sein; man geht den Pfad entlang, und ehe man sich versieht, bleibt man stehen, weil man etwas hört.

Wie viel Leben findet sich in den Dünen?

Lernen, anders hinzusehen

Mit Walter durch die Noordduinen (Helderse) zu wandern, ist wie Sehen mit anderen Augen. Oder besser gesagt, mit geschärften Ohren. Wo man zunächst nur Sand und Strandhafer sieht, hört er die Unterschiede zwischen den Arten, Jahreszeiten und Verhaltensweisen. Ein Blaukehlchen, das sich bemerkbar macht. Ein Steinschmätzer, der sein Revier verteidigt. Schon auf den Wegen sahen wir Steinschmätzer, Blaukehlchen und Brandgänse. Zwischendurch entdeckten wir auch einen Habicht auf einer Düne, als würde er das gesamte Gebiet im Auge behalten.

Naturfotograf und Botschafter fotografiert in den Norddünen
Natur im Helderse Noordduinen

Mehr als Sie denken

Viele verbinden Den Helder mit dem Hafen, der Marine oder einem Tag am Strand. Verständlich. Doch wer die Dünen betritt, entdeckt etwas anderes. Hier liegt Natur, die nicht versteckt ist, sondern direkt am Stadtrand beginnt. Und sie ist vielfältiger, als man erwartet.

Dies ist keine gewöhnliche Dünenlandschaft. Hier treffen verschiedene Welten aufeinander. Meer, Sand und Wind formen eine Landschaft, in der Vögel entlang der Küste ziehen, landen und manchmal verweilen. Bei Ostwind folgen sie der Küstenlinie. Genau hier. Das macht diesen Ort zu einem wichtigen Teil einer Zugroute. Sie stehen nicht einfach nur da und schauen zu; Sie befinden sich mitten in einer Bewegung, die weit über dieses kleine Fleckchen Erde in den Niederlanden hinausreicht.

Brandgans in den Norddünen
Foto: Walter Das
Warum der Den Helder-Steinschmätzer so besonders ist

Der Vogel von hier

Und dann ist da noch der Steinschmätzer. Auf den ersten Blick ein kleiner, unscheinbarer Vogel. Doch der Schein trügt. Den Helder ist eines der wichtigsten Rückzugsgebiete dieser Art auf dem niederländischen Festland. Daher ist diese Begegnung kein Zufall, sondern etwas Besonderes. Vor allem, da der Steinschmätzer in den Niederlanden auf der Roten Liste als gefährdet gilt.

Der Steinschmätzer gehört zu einer Landschaft, die immer seltener wird: offen, rau und ruhig genug zum Brüten. In den Dünen von Helderse findet er dies noch. Er nistet in Kaninchenbauten, versteckt im Sand. Seit 2007 wird in diesen Dünen die Steinschmätzerforschung betrieben. Durch das Beringen der Vögel können die Forscher ihre Brutgebiete, ihre Rückkehr und den Zustand der Population verfolgen. Dies unterstreicht die Bedeutung dieses Gebiets für eine Art, die es in den Niederlanden nicht leicht hat.

Walter erwähnt es beinahe beiläufig, aber genau darin liegt die Stärke. Blaukehlchen kann man an mehr Orten antreffen. Schwarzkehlchen hingegen nicht. Das macht Den Helder nicht nur zu einem schönen Ort wie so viele andere, sondern zu einem Ort mit einer Besonderheit, die man auf dem Festland kaum noch findet.

Ein Schwarzkehlchen im Helderse Noordduinen
Foto: Walter Das
Der Frühling ist die beste Zeit, um genauer hinzusehen.

Jetzt zeigen sie sich.

Auch das Blaukehlchen zeigte sich heute Morgen deutlich. Laut Walter ist dies die schönste Zeit. Sie singen, sitzen hoch oben im Gebüsch und sind leicht zu entdecken. In wenigen Wochen wird das anders sein. Dann werden sie einen Partner haben, mit dem Brüten beschäftigt sein und immer seltener zu sehen sein.

Als ob ihre leuchtend blaue Brust nicht schon genug wäre, integriert die Blaukehlchen auch noch mühelos die Laute anderer Vögel in ihren Gesang. Das macht sie nicht nur schön anzusehen, sondern auch zu einem besonderen Hörerlebnis.

Genau das macht einen Spaziergang zu dieser Jahreszeit so besonders. Man sieht nicht nur Vögel, sondern auch ihr Verhalten. Man merkt, dass die Natur hier in Bewegung ist. Und wenn man einen Moment innehält und sich umschaut, bemerkt man, wie still es hier tatsächlich ist. 

Blaukehlchenvogel im Helderse Noordduinen
Foto: Walter Das
Von Kaninchenbauten zu Brandgänsen

Alles ist miteinander verbunden.

Was besonders auffällt, ist, wie hier alles miteinander verbunden ist. Kaninchen graben Höhlen. Vögel nutzen diese Höhlen. Der Wind formt die Landschaft. Greifvögel beobachten das Gebiet von oben. Es ist kein isoliertes Bild, sondern ein funktionierendes System. Und eines, das man bei einem Spaziergang durch die Dünen ganz einfach beobachten kann.

Das sieht man auch bei der Brandgans. Genau wie der Steinschmätzer nistet dieser Vogel oft in alten Kaninchenbauten, tief im Sand verborgen. Und sobald die Küken geschlüpft sind, geschieht etwas Besonderes. Manchmal werden sie in Gruppen aufgezogen, und plötzlich sieht man Dutzende kleiner Küken eng beieinander, begleitet von einigen erwachsenen Vögeln.

Walter durchstreift die Gegend mit dem Blick eines Fotografen. Er betrachtet nicht nur das Vorhandene, sondern auch Licht, Höhe und Richtung. Das macht den Unterschied zwischen bloßem Sehen und dem wirklichen Verstehen des Geschehens aus. Genau deshalb beginnt man selbst, die Welt mit anderen Augen zu sehen.

Der Naturfotograf Walter Das fotografiert Brandgänse in den Norddünen.
Das Besondere muss hier nicht weit entfernt sein.

Näher als du denkst

Vielleicht ist das das Schönste an Den Helder. Man muss dafür nicht tief in ein Naturschutzgebiet vordringen. Man muss kein Experte sein. Und man muss nicht einmal abseits der ausgetretenen Pfade wandern. Alles ist schon da. Man muss es nur sehen lernen.

Das macht den Helderse Noordduinen nicht nur besonders, sondern auch zugänglich. Hier gibt es keine Kulisse, sondern eine lebendige Landschaft, die sich denen offenbart, die sich die Zeit nehmen, genauer hinzusehen. Bleiben Sie auf dem Weg, lassen Sie sich Zeit und schauen Sie sich um; oft genügt das schon, um etwas Besonderes zu erleben.

Und manchmal beginnt alles mit einem Geräusch, das man für etwas Seltenes hält. Bis sich herausstellt, dass es nur ein Fahrrad ist.

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