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Dreizehn Jahre lang war Michiel Tegelberg Vorsitzender der Willemsoord Museum Harbour Foundation. 2023 trat er zurück. Rückblickend erlebte er viele Entwicklungen in der Region hautnah mit. Er brachte Ideen ein und übte mitunter Kritik, hatte aber stets eine Vision für das Potenzial von Willemsoord. “Stellen Sie sich Den Helder ohne dieses Gebiet vor. Unmöglich.”
Er liebt Willemsoord. Hier vereinen sich seine Leidenschaft für maritimes Erbe und traditionelles Handwerk mit der Geschichte der Stadt und seiner eigenen Vergangenheit als Marineoffizier. Noch im letzten Jahr seiner Laufbahn als stellvertretender Kommandeur der Niederländischen Verteidigungsakademie (VOKIM) trat er der neu gegründeten Willemsoord Museum Harbour Foundation bei. ‘Wir wohnten im Palast, wie er so treffend genannt wird, den Dienstwohnungen. Willemsoord war unser Garten. Meine Frau Melany ging dort regelmäßig mit unserem kleinen Hund Charlie spazieren.’ Er lacht. “Zwischen dem Kino und dem Bonaire-Dock liegt ein alter Bunker. Vor Jahren wurde dort für SAIL ein Wandgemälde angebracht. Melany sah es sich an. Der Maler verewigte daraufhin Charlie in Willemsoord.”
Charakter
Die Museum Harbour Foundation ist eine Dachorganisation, die unter anderem die Stiftungen für nautische Denkmäler, das Feuerschiff und die Bonaire zusammengeführt hat. Dies vereinfachte die Kommunikation und die Vereinbarungen mit Willemsoord BV sowie mit der Gemeinde. Das Ziel der Stiftung liegt ihm heute genauso am Herzen wie damals. “Es ist unglaublich wichtig, den handwerklich-maritimen Charakter von Willemsoord zu bewahren”, sagt er. “Wir müssen ihn erhalten und, wo immer möglich, stärken. Deshalb haben wir gemeinsam mit der Gemeinde ein Manifest verfasst, in dem wir festhalten, dass dieser Charakter ein roter Faden in der Entwicklung und Nutzung des Potenzials von Willemsoord bleiben muss.” Er weiß aus Erfahrung, dass dies nicht immer möglich ist. “Getreu dem Motto ‘Nutzen oder verlieren’ muss man manchmal Entscheidungen treffen, die nicht sofort in dieses handwerklich-maritime Schema passen.” Das neue Rathaus Helderse wurde beispielsweise 2023 fertiggestellt. “Die Entscheidung kam für uns überraschend, und die ersten Entwürfe führten uns in die Irre. Die Slipanlage war darauf kaum wiederzuerkennen, aber völlig unbrauchbar für die Auflegung von Schiffen. Glücklicherweise wurde diese Idee nie konkret umgesetzt, aber damals bestätigte sie die Befürchtungen all jener, die den Bau des Rathauses fürchteten. ‘Seht her, das Ende des Museumshafens’, dachten die Leute. Doch nachdem die Entscheidung gefallen war, sagten wir uns, dass wir gemeinsam etwas Schönes daraus machen mussten.”

Warum gab es diese Befürchtung? Das Rathaus ist der Ort, an dem die Stadt regiert wird und sich alle Einwohner versammeln. Es ist auch sinnvoll, es dort zu platzieren, wo die Geschichte und der Charakter der Stadt am stärksten spürbar sind. Michiel: “Auf einer philosophisch-abstrakten Ebene, ganz sicher. ‘Es liegt in der DNA der Stadt. Wir können das historische Herz schlagen hören’, hieß es. Das verstehe ich vollkommen. Aber aus unserer Sicht hatten wir andere Vorstellungen.” Vorstellungen, die scheiterten. “Ehrlich gesagt standen diese Gebäude lange leer, und es hätte nicht lange gedauert, bis sie dem Verfall preisgegeben gewesen wären. Man suchte nach seriösen Betreibern, die zum Charakter von Willemsoord passen würden, aber das gelang nicht. Indem man ihnen diese neue Nutzung gab, blieb die Gemeinde Eigentümerin. Die Investition öffentlicher Gelder in die Restaurierung kommt somit auch der Gemeinschaft zugute. Das erscheint mir jedenfalls eine gute Lösung. Und ich kann nichts anderes sagen: Beide Gebäude wurden sehr fachmännisch restauriert. Sie sind außergewöhnlich schön geworden und werden von vielen Menschen dankbar genutzt.” Er lacht: “Es wäre schön, wenn ein paar mehr Mitarbeiter mit dem Fahrrad kämen, dann müssten weniger Autos parken.”
Wert
Der schönste Ort in Willemsoord ist ganz Willemsoord, sagt er. “Am besten oben auf einem der monumentalen Kräne, von wo aus man alles überblicken kann. Das Riesenrad ist natürlich auch eine Option. Oder alternativ die Ecke vor dem Schipperscafé. Man steht mit dem Rücken zu Willemsoord, sieht aber trotzdem das Wasser, die Promenade und die Schiffe. Ein wirklich toller Platz. Dreht man sich dann um, sieht man das Feuerschiff, den Kai, das Café und die Slipanlage.”
Ein Panoramablick über Willemsoord offenbart, wie vielfältig das Geschehen auf dem Gelände ist. Von Gastgewerbe und Museen über Handwerk und Unternehmertum bis hin zu Geschichte, neuen Technologien, Industrie und Verwaltung – hier findet sich alles. Michiel erklärt: “Die Bedeutung von Willemsoord ist vielschichtig. Bis auf die Blumenzwiebeln findet man hier alles, was Den Helder zu dem macht, was es ist. Hans Broekmeulen gab im April 2021 anlässlich seines Ausscheidens als Geschäftsführer der Willemsoord BV ein wunderbares Interview in der Zeitung. Darin sagte er: ‘Versuchen Sie, sich Den Helder ohne Willemsoord vorzustellen.’” Das ist tatsächlich unmöglich. So viel ginge verloren. Vor einigen Jahren gab die Willemsoord BV ein Gutachten zur wirtschaftlichen Wertschöpfung des Gebiets in Auftrag. Das freute mich sehr, denn lange Zeit herrschte nicht immer die Gewissheit, dass dieser Wert überhaupt existierte. Man sprach von einem Fass ohne Boden. Bis zu diesem Bericht konzentrierte man sich im Wesentlichen nur auf die Bilanz der Willemsoord BV und nicht darauf, welchen Nutzen das Unternehmen für die Stadt und ihre Einwohner brachte, beispielsweise in Form von Arbeitsplätzen und Tourismus. Allein aus wirtschaftlicher Sicht – und ich spreche hier noch nicht einmal vom gesellschaftlichen Wert – generiert das Millionen für die Stadt. Für die Entwicklung der Region ist es enorm wichtig, diese Entwicklung weiterhin zu beobachten.”
Zeestad spielt dabei eine entscheidende Rolle. Michiel: “Sie haben eine sehr wichtige Aufgabe: dieses wunderschöne Gebiet noch schöner zu gestalten und dabei seinem besonderen Charakter gerecht zu werden. Das gilt im Grunde für die gesamte Stadt. Ich bin froh, dass eine Struktur gewählt wurde, in der eine Partei diese Koordinierungsrolle übernimmt. Eine Gemeinde kann das nicht allein leisten, und auch Willemsoord BV nicht. Man braucht eine Partei mit dem nötigen Know-how und der praktischen Erfahrung, um solche Großprojekte zu leiten. Natürlich könnte man für jedes einzelne Projekt externe Experten hinzuziehen, aber ich bin ein Befürworter der strukturellen Vereinbarung mit einer städtischen Organisation. Zeestad hat sich in dieser Hinsicht bewährt. Sie kennen die Stadt und wissen, wie die Dinge laufen. Natürlich geht es dabei oft um Themen, zu denen jeder eine Meinung hat. Zeestad weiß, welche Meinungen vorherrschen und wie man damit umgeht. Ohne sie wären wir nie so weit gekommen.”
Schatz
Er bleibt stets kritisch. “Natürlich. Die Museum Harbour Foundation steht für eine Vision. Ich brauche beispielsweise nicht unbedingt das Gastronomieprojekt Kleine Werf, bin aber zuversichtlich, dass die Beteiligten eine gemeinsame Lösung finden werden, gerade weil gute Vereinbarungen getroffen wurden. Meiner Meinung nach kann die Fußgänger- und Radfahrerbrücke zur Verbesserung der Erreichbarkeit von Willemsoord so schnell wie möglich realisiert werden. Und ich hoffe auf eine enge Zusammenarbeit mit dem Verteidigungsministerium bei der Entwicklung des Buitenvelds. Das bietet so viele Möglichkeiten für Hotels, Kurzzeitunterkünfte, Bildungseinrichtungen und die Erreichbarkeit von dieser Seite.” Er fantasiert und holt sein iPad mit einer Karte des Gebiets hervor. “Sehen Sie sich zum Beispiel diese Kais an. Man könnte dort wirklich schöne Dinge gestalten. Es wäre gut, die Museum Harbour Foundation in die Überlegungen zu ihrer Entwicklung und Nutzung einzubeziehen.”
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