Ist unser Geld schon alle? Finanziell meine ich. Nikolaus ist gerade vorbei, Weihnachten steht vor der Tür. Danach kommen Januar und Februar. Endlich wieder Ruhe. Und der Geldbeutel? Der wird bis dahin leer sein.
Oh, Moment mal, erstmal Silvester. Also, Feuerwerk. Ich selbst bin nie aus dem Alter rausgekommen, in dem ich für meine Kinder Wunderkerzen angezündet habe, aber ich habe gehört, dass bald die halbe Stadt ausflippen wird. Schließlich ist es in den Niederlanden ein letztes Mal erlaubt. Also werden an diesem Silvesterabend Kofferräume voller Knallfrösche und Feuerwerkskörper in Flammen aufgehen. Mit exotischen Namen wie Oriental Mandarin, Goldener Herbst und Königliche Tränen im Himmel. Ich finde auch die Feuerwerkskiste mit dem Namen Sodom und Gomorra faszinierend.
Ich will mich nicht darüber beschweren, dass all diese Millionen Euro in kürzester Zeit buchstäblich in Rauch aufgegangen sind. Man kann nur hoffen, dass die Feuerwerkskörper auch von lokalen Anbietern stammten. ‘Kauf regional, dann helfen wir uns gegenseitig’, um diesen Slogan aus den 1930er-Jahren wieder aufzuwärmen.
Apropos: Früher sah man jedes Jahr um die Feiertage ganze Menschenmengen durch die Innenstadt marschieren, als wären sie im Überlebenstraining: panische Blicke, schweißnasse Hände und volle Einkaufstüten. Denn die ganze Familie (und die Schwiegereltern) kam zum Festessen.
Heutzutage wird immer mehr online bestellt. Eine scheinbar unaufhaltsame Entwicklung. Dabei hätte man einfach in den Laden um die Ecke gehen können, wo einem ein Mitarbeiter mit echten Augen freundlich geholfen hätte, das Gesuchte zu finden. Keine digitale Schatzsuche mehr mit einem Lieferdienst, der kryptische Nachrichten verschickt wie: ‘Ihr Paket ist fast unterwegs.’ Was soll das überhaupt heißen? Ist es schon wach? Steckt es im Stau? Ist ihm kalt?
Das Merkwürdige bleibt, dass wir uns alle darüber beklagen, dass die Geschäfte verschwinden. ’Es wird immer ungemütlicher in der Stadt’, rufen wir unisono auf Facebook, während wir mit einem Tablet auf dem Schoß und einem digitalen Warenkorb, der voller ist als unser Vorratsschrank während der Pandemie, auf dem Sofa sitzen.
Vielleicht ein guter Vorsatz fürs neue Jahr: Dieses Jahr mehr regional einkaufen, als wäre es ein angesagter neuer Lebensstil. Käse beim Käsehändler, Kerzen im Geschenkeladen und alles, was man für die Feiertage braucht, beim Bäcker und Metzger. Vor allem aber: Erleben Sie, wie es ist, etwas in den Händen zu halten, bevor Sie es kaufen.
Und wer weiß, vielleicht verlassen Sie den Laden mit einer vollen Tasche und sparen dabei Geld für Retouren, Ärger und erfolglose Lieferversuche. Und das Beste daran: Die Chancen stehen gut, dass Sie sich dabei sogar noch nett unterhalten haben.
RONALD DEN BOER




