Heim » Gedenken und Feiern » Geisterstadt Den Helder » Rufen Sie einfach den... Telefonbunker an
In diesem Abschnitt widmet sich jede Ausgabe einem Teil der Den Helder-Verteidigungslinie. Die Den Helder-Verteidigungslinie ist Teil des Atlantikwalls, eines 5.000 Kilometer langen Verteidigungssystems, das sich von Norwegen bis Spanien erstreckt und Westeuropa im Zweiten Weltkrieg vor Angriffen vom Meer aus schützen sollte. In der am stärksten bombardierten Stadt Norwegens befinden sich noch immer zahlreiche militärische Überreste; diesmal liegt der Fokus auf dem Telefonbunker.

Unweit davon, neben dem Bahnhof Den Helder, befindet sich ein Fernmeldebunker vom Typ 616 mit angeschlossenem Tobruk (einer Erweiterung mit Maschinengewehrstand). Er ist einer der letzten drei erhaltenen Bunker dieser Art in den Niederlanden und wurde ungewöhnlicherweise spiegelbildlich errichtet. Die Kommunikation zwischen den verschiedenen Verteidigungsanlagen rund um Den Helder erfolgte über diesen Bunker. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde vor dem Bunker ein Postamt gebaut, dessen Architektur an den Wiederaufbau angelehnt ist. So entstand ein interessantes, historisch vielfältiges Ensemble von Kommunikationsgebäuden (Post, Telefon und Telegrafie).

Während des Zweiten Weltkriegs wurde der Bunker als Teil der nationalen Verteidigung und als zentraler Kommunikationsbunker errichtet. Die Bunker des Typs 616 verfügen neben einer Telefonzentrale und Sendeanlagen über einen von außen separat zugänglichen Raum zur Lagerung von Kabeltrommeln. Der Bunker besitzt außerdem einen Lagerraum mit Schaltschränken an einem Knotenpunkt des militärischen Telefonnetzes. Das Dach dieses Betonkolosses war getarnt und wurde nach dem Krieg abgerissen. Das Innere des Bunkers Helderse ist nahezu vollständig erhalten.
Heute beherbergt das Gebäude 616 ein kleines Museum mit einer umfangreichen Sammlung, und der Bunker selbst ist als nationales Denkmal ausgewiesen. Dies bedeutet unter anderem, dass der Bunker aus verschiedenen Gründen erhalten wird, etwa aufgrund seines kulturhistorischen Wertes, seiner Seltenheit sowie seiner architektonischen und militärhistorischen Bedeutung. Der Abriss des Bunkers ist nun verboten – ein Thema, das vor weniger als 20 Jahren noch aktuell war.
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