“Ich habe kürzlich ein Foto aus China erhalten. Mein Bier war dort einfach im Laden erhältlich.”
Tommie Sjef kann heute noch darüber lachen. Von seinem Lager in Den Helder aus gehen seine wilden Biere mittlerweile um die ganze Welt. Von Spezialitätenläden in England bis zu Bierbars in Japan und von Restaurants in Kopenhagen bis in die USA.
Wenn Sie sich das Etikett genauer ansehen, werden Sie neben seinem Namen noch etwas anderes entdecken: Den Helder, Niederlande.
Das ist kein Zufall.
Hefe aus dem Garten
Der international gefeierte Brauer begann seine Karriere nicht etwa in einer großen Brauerei, sondern in der Scheune seiner Eltern am Middenweg. Dort experimentierte er als Neunzehnjähriger mit besonderen Biersorten, die er während einer Reise nach Belgien entdeckt hatte.
“ ”Der erste Schluck war anders als alles, was ich je zuvor geschmeckt hatte“, sagt Tommie. ”Ich war sofort fasziniert vom Geschmack und vor allem von dem Herstellungsprozess.“
Bereits 1930 begann er selbst zu experimentieren. Zuerst mit kleinen Mengen, später immer ernsthafter. Was als Hobby begann, entwickelte sich zu einem Unternehmen, dessen Biere heute weltweit verkauft werden.
Die Grundlage seiner Hefekultur lässt sich auf Mikroorganismen zurückführen, die er vor Jahren in Den Helder sammelte. Durch jahrelange Selektion und Weiterentwicklung entstand die Kultur, die heute seine Biere vergärt. Auch bei den Zutaten achtet Tommie sehr auf die Qualität. Seine Biere werden ausschließlich mit Bio-Zutaten gebraut.
Heute reifen in seinem Lagerhaus Hunderte von Holzfässern. Er produziert jährlich etwa 20.000 Liter Bier. Für Tommie geht es dabei vor allem um Zeit, Geduld und die Entwicklung des Aromas.
Von Noma nach Japan
Von Spezialitätenbierbars bis hin zu Sternerestaurants: Tommie Sjefs Biere werden an besonderen Orten ausgeschenkt. Das bekannteste Beispiel ist das Noma in Kopenhagen, das viele Jahre lang als bestes Restaurant der Welt galt. Auch andere Spitzenrestaurants bieten seine Biere auf ihrer Speisekarte an.
Doch Tommie blieb immer bei Den Helder. Während sein Bier die Welt bereiste, blieben die Fässer einfach hier. Zuerst in kleinen Lagerhallen in Industriegebieten, heute in seinen jetzigen Räumlichkeiten, wo Besucher den Reifeprozess seiner Biere in den Holzfässern mitverfolgen können.
Sein Name prangt auf jeder Flasche. Doch fast genauso groß prangt auch der Schriftzug: Den Helder, Niederlande. Dieser Name hat seinen Weg von Japan bis in die Vereinigten Staaten gefunden. Vielleicht werfen die Leute nur einen flüchtigen Blick darauf. Vielleicht schauen sie nach, wo das Unternehmen seinen Sitz hat. Aber wo immer eine Flasche Tommie Sjef geöffnet wird, taucht auch kurz der Schriftzug Den Helder auf dem Tisch auf.
Warum schmecken Biere so, wie sie schmecken? Dazu gibt es die unterschiedlichsten Theorien. Bei einem Besuch eines belgischen Brauerkollegen erhielt Tommie einmal ein besonderes Kompliment. Dieser behauptete sogar, in manchen Bieren etwas von der salzigen Meeresluft herauszuschmecken.
Ob das tatsächlich der Fall ist, bleibt abzuwarten. Aber es ist ein schöner Gedanke, dass vielleicht ein wenig Den Helder im Glas auf der ganzen Welt landen könnte.
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