Urk wurde benannt. Und Staphorst. Sogar Wildervank und Gemert hatten einst ein Kriegsschiff, das den Namen dieser Dörfer trug. Doch der Marinestützpunkt des Landes, wie Den Helder offiziell heißt, war bis vor Kurzem schlecht aufgestellt. Keine robusten Fregatten, keine Patrouillenboote – nein, nicht einmal ein Minensuchboot trug jemals den Namen des Heimathafens der niederländischen Marineflotte.
Bis jetzt. Nach Jahrhunderten ist es endlich soweit: Seine Majestät Den Helder ist da. Das heißt: Ab Oktober darf Willem-Alexander sie ‘sein’ Kriegsschiff nennen. Die offizielle Indienststellung folgt dann. Und auch die Den Helder wird dann endlich ‘sein’ Marineschiff haben. Und was für ein Schiff! Ein Segeltanker, ein Mini-Krankenhaus, ein Lebensmittelgeschäft, ein Hubschrauberlandeplatz und ein Hafen für kleine Boote – alles in einem. Kosten: rund eine halbe Milliarde Euro. Aber Qualität hat ihren Preis.
Die Den Helder wurde im Februar von Kronprinzessin Amalia getauft. Natürlich berichtete die Presse darüber. Ich konnte nicht dabei sein, fragte mich aber, wie die Reporter und Fotografen wohl gekleidet waren. Ich erinnere mich nämlich, dass ich in einem früheren Leben über die Vereidigung von Willem Alexander zum Marineoffizier auf der Den Helder an Bord der damaligen Hr. Ms. De Ruyter berichten musste. Seine Mutter war auch dabei. Der Regierungsinformationsdienst hatte im Vorfeld angeordnet, dass alle Journalisten Jackett und Krawatte tragen mussten. Nun, ich hatte keine Krawatte dabei, was für etwas Panik sorgte. Am Ende stand ich, elegant im Anzug, direkt neben der Königin. Das heißt: in sehr, sehr großem Abstand zu Ihrer Majestät. Ich glaube nicht, dass sie auch nur einen Blick auf mein Jackett und meine Krawatte erhaschen konnte.
Zurück zur Den Helder. Neben all ihren Aufgaben sorgt sie natürlich auch für etwas Werbung. Zugegeben, die Leute in Norwegen oder Spanien werden nicht sofort in Scharen zur Den Helder strömen, sobald das Schiff dort einen Hafen angelaufen hat. Aber mit etwas Glück googelt jemand, was der Name bedeutet. Also eine schwimmende Werbefläche, die bald die halbe Welt bereist. Das wird ihnen in Wildervank, Staphorst, Urk und Drunen eine Lehre sein!
RONALD DEN BOER



