Schüler der Gruppe 6 der Jac. P. Thijsseschool haben kürzlich ihre Namen auf einem besonderen Messinstrument verewigt. Nicht etwa auf einem Heft, einem Poster oder einem Projekt, sondern auf einer Argo-Boje, die bald im Meer ausgesetzt wird. Gemeinsam mit den Kindern der Villa aan Zee haben sie diese Messboje adoptiert. In den kommenden Jahren wird die Boje Daten zu Strömungen, Temperatur und Salzgehalt des Meerwassers sammeln.
Unterwasser
In einem Gastvortrag entführte Taco de Bruin vom Niederländischen Institut für Meeresforschung die Studierenden in die Welt unter der Wasseroberfläche. Er sprach über Süß- und Salzwasser, warme und kalte Meeresströmungen und wie diese zusammenwirken, um die Ozeane in Bewegung zu halten. “Der Ozean ist viel mehr als nur ein großer Wassertank”, erklärte er. Unter der Oberfläche liegen Berge, Täler und Strömungen, die das Klima und das Leben auf der Erde beeinflussen.
Die Argo-Boje wird in Kürze ins Meer hinabtauchen, Daten sammeln und anschließend wieder an die Oberfläche steigen. Dort übermittelt das Instrument die Messdaten per Satellit an Forscher. Weltweit treiben Tausende dieser Bojen im Meer. Eine Argo-Boje arbeitet jahrelang autark und leistet so einen wichtigen Beitrag zur globalen Meeresforschung.
Reale Daten
Für die Schülerinnen und Schüler bleibt es nicht bei einer einzigen Gaststunde. Schon bald können sie ihre eigene Boje online überwachen. Nicht nur in diesem Schuljahr, sondern auch in den kommenden Jahren. Selbst in der Sekundarstufe sammelt die Messboje weiterhin Daten.
Laut Tosca Tamis, Lehrerin an der Scholen aan Zee, kann die Argo-Schwimmboje später auch in der Sekundarstufe eingesetzt werden, beispielsweise in Fächern wie Biologie, Geografie, Mathematik oder Statistik. Sie bietet zudem Möglichkeiten für Abschlussarbeiten. Schülerinnen und Schüler können dann mithilfe von Daten eines Messinstruments, das sie bereits aus der Grundschule kennen, forschen.
Weiterlernen
Um diese Daten wirklich nutzbar zu machen, arbeitet Remy van den Dungen von Vonk an der Planung des nächsten Schritts. Die Messdaten eines Argo-Bojens können technisch anspruchsvoll und umfangreich sein. Daher untersucht das Team, wie diese Informationen für Studierende verständlicher aufbereitet werden können. “Sie müssen auf ein überschaubares Maß reduziert werden”, sagt Remy.
Dadurch erhält das Projekt einen festen Platz im kontinuierlichen Lernprozess der Blauen Schulen. Innerhalb der Blauen Schulen arbeiten Kindertagesstätten, Grundschulen, weiterführende Schulen, Berufsschulen und Bildungseinrichtungen zusammen, um Kindern Wissen über Wasser zu vermitteln. Ein Schüler, der in der Grundschule mit der Boje in Berührung kommt, kann derselben Messboje später in der Schule „Scholen aan Zee“ oder in Vonk wieder begegnen.
Zukünftige Forscher
Für Taco de Bruin ist diese Auseinandersetzung mit dem Ozean besonders wichtig. Viele Menschen wissen wenig darüber, was unter der Wasseroberfläche vor sich geht, obwohl das Meer einen großen Einfluss auf das Klima und unser tägliches Leben hat. Indem Kinder schon früh mit echter Meeresforschung in Berührung kommen, erweitern sie nicht nur ihr Wissen, sondern vielleicht auch ihre Zukunftsperspektiven.
Vielleicht wirft die Boje später sogar neue Fragen auf. Über den Ozean, über Technologie oder über die Unterwasserwelt. Und wer weiß, vielleicht erinnert sich ein zukünftiger Forscher in einer Vorlesung im ersten Semester an diesen Moment.



